QUICKLINE IST DER AM SCHNELLSTEN WACHSENDE INTERNET-, TELEFONIE- UND TV-ANBIETER DER SCHWEIZ. FRÉDÉRIC GOETSCHMANN, CFO DES UNTERNEHMENS, ERKLÄRT, WAS MULTIMEDIA-KUNDEN VON HEUTE WÜNSCHEN UND WIESO DIE ZUKUNFT DES FERNSEHENS IN DER SCHWEIZ ERFUNDEN WIRD.

In einem Satz: Was ist die Quickline?
Als drittgrösster TV- und viertgrösster Telefonie- und Internet­anbieter gehört die Quickline zu den relevanten Multi­media-Anbieter der Schweiz – und trotz der Grösse ist Quickline immer noch sehr sympathisch.

Welche Produkte bieten Sie an?
Alles fing mit Fernsehen an, bis man entdeckte, dass über das TV-Kabel auch Internet und somit Festnetztelefonie angeboten werden kann. Der nächste Schritt war dann, dass TV interaktiv wurde. Da ergeben sich viele, für den Kunden interessante Möglichkeiten, etwa das zeitversetzte Fernsehen. Hier spielt die Schweiz eine Vorreiterrolle.

Woran liegt das?
Ich gebe ein Beispiel: Wenn Sie um 21 Uhr nach Hause kommen, können Sie die Sendung von 20 Uhr noch an­sehen. Und die Werbeblöcke überspringen Sie einfach. Für die Kunden ist das natürlich extrem angenehm und praktisch: Sie können sich genau das ansehen, was sie wollen und wann sie wollen. Im Ausland verwehrt die Werbe-Lobby dem TV-Kunden solche Möglichkeiten.

Wie funktioniert dieses Fernsehen?
Wir bieten in unserem TV-Angebot über 130 Sender an – free to air. Darüber hinaus kann man noch spezi­fische Angebote hinzubuchen: Filmpakete, Sport, Kultur, was Sie wünschen. Sendungen sind sieben Tage lang abrufbar und können ebenfalls aufgenommen werden. Wir waren vor fünf Jahren der erste Anbieter, der den Kunden diese neue Art des Fernsehens ermöglichte. Inzwischen ist es hier Standard, für uns aber war es der Grundstock unseres Wachstums in den letzten Jahren. Wir haben sehr klein angefangen, sind heute aber der am schnellsten wachsende Multimedia-Anbieter der Schweiz. Das liegt unter anderem daran, dass wir eine einzigartige Struktur haben: Wir kooperieren sehr eng mit lokalen Netzbetreibern. Für die Kunden ist das sehr komfortabel.

Inwiefern?
Der primäre Kontakt des Kunden ist der lokale Netzbetreiber vor Ort. Der kommt, wenn zu Hause das Internet nicht funktioniert, und kann auch am Wochenende Probleme lösen. Natürlich ist der Kontakt ebenfalls viel persönlicher als bei den grossen Multimedia-Konzernen. Diese lokale Anbindung in Kombination mit unseren Preisen ist sehr gefragt, zumal bei der Kundschaft, die auf persönlichen Service wert legt. Dann gibt es diejenigen, die sich von den attraktiven Angeboten überzeugen lassen, und nicht zuletzt all jene, die im länd­lichen Raum wohnen. Die grossen Anbieter konzentrieren sich nämlich vor allem auf die Ballungszentren, wir bieten flächen­deckend höchste Bandbreiten.

Wo kommt die ALSO ins Spiel?
Angefangen hat alles vor drei Jahren mit unserer Sparte «Mobile». Schon vor fünf Jahren boten wir mobile Telefonie an, jedoch nur mit SIM-Karten. Das hat keinen Erfolg gebracht, man nahm uns die Kompetenz für diesen Markt nicht ab, und wir merkten schnell, dass wir auch Mobilgeräte zu günstigen Konditionen anbieten müssen. Dafür braucht man aber einen starken Logistik-Partner. Das war die ALSO. Schnell kamen wir überein, dass es keinen Sinn hat, nur die Logistik der Mobilgeräte an die ALSO auszulagern, es gibt ja auch eine Menge anderer Dinge, die versandt werden müssen: Modems oder Set-Top-Boxen für TV. Das übernimmt seither die ALSO für uns.

Können Sie erläutern, wie die Kooperation genau aussieht?
Die Quickline hat auch Läden. Die müssen mit Ausstellungsmaterial bestückt werden, häufig wollen die Kunden gleich ein Gerät mitnehmen. Diese Logistik übernimmt die ALSO für uns. Sollte kein passendes Gerät vor Ort sein, können wir dank der ALSO garantieren, dass es der Kunde am nächsten Tag im Briefkasten hat. Auch im Bereich von Gerätereparaturen greifen wir auf ALSO zurück, um Retouren effektiv und schnell abwickeln zu können. Wichtig sind auch die Wareneingangskontrollen.

Was ist das?
Man kauft die Elektronikwaren auf dem Weltmarkt ein, und hier herrscht oft ein ziemliches Chaos, etwa was Kabel und Stecker betrifft, die nicht immer den Schweizer Normen entsprechen. Deshalb ist es wichtig, dass die Ware schon beim Eingang auf Kompatibilität und Vollständigkeit geprüft wird – das macht die ALSO für uns.

Gibt es noch weitere Prozesse, die Sie an ALSO auslagern?
Bei uns in der Schweiz laufen Kombi-Produkte sehr gut: wenn man Internet, Telefonie und TV als Paket bestellt und dafür einen entsprechenden Rabatt erhält. Der Kunde möchte aber nicht heute ein Mobilgerät, morgen einen Router und übermorgen eine Set-Top-Box zugeschickt bekommen. Er möchte ein Päckchen mit allen Produkten, einem Lieferschein und einer Installationsanleitung. Früher liessen wir diese Konfektionierung in Südkorea machen, was aber weniger Flexibilität zulässt. Nachdem wir das seit zwei Jahren an die ALSO ausgelagert haben, läuft alles rund. Wir könnten uns ebenfalls vorstellen, die Vorfinanzierung in Kooperation mit der ALSO zu gestalten.

Wie würde dies aussehen?
Wenn wir etwa Ware in grösserer Menge einkaufen, würde die Rechnung zunächst die ALSO zahlen. Wir zahlen sie dann, wenn die Ware konkret vom Kunden abgefragt wird. Die ALSO übernähme in diesem Fall die Vorfinanzierung. Auf unserer Seite würde somit das Nettoumlaufvermögen optimiert. Die ALSO wiederum hat sehr gute Kreditkonditionen und könnte das problemlos finanzieren. Darüber sind wir in Verhandlungen. Es gibt aber noch weitere Bereiche, in denen eine Zusammenarbeit möglich wäre, etwa in der Sicherstellung der Lagerreichweite. Die ALSO würde uns mitteilen, wenn definierte Mindestlagerreichweiten unterschritten werden. Bisher stellen wir das intern über Excel-Listen sicher, die ALSO hat aber die weitaus besseren Tools. Und da wir sehr gern mit der ALSO zusammenarbeiten, ist das eine interessante Option für uns.

Was gefällt Ihnen denn genau an der Zusammenarbeit?
Sie ist angenehm. Das klingt jetzt ein bisschen salopp, aber das trifft es genau: Auf der einen Seite profitieren wir sehr von dem Prozess-Knowhow der ALSO, auf der anderen Seite sind die Kommunikationswege immer sehr kurz, der Umgang ist persönlich und freundlich. Vor allem aber schätzen wir die Zukunftsorientierung der ALSO.

Was meinen Sie damit?
Das zeigt sich schon an der Zusammenarbeit mit uns. Wir arbeiten in einem sehr innovativen, sehr dynamischen Markt. Dass sich die ALSO hier in eine Kooperation gewagt hat, zeigt, dass sie in die Zukunft blickt und auf unser zukünftiges Wachstum setzt. Und es kommt ebenso vor, dass uns die ALSO proaktiv auf Innovationen im Logistik-Bereich aufmerksam macht.

Worauf zum Beispiel?
Etwa auf den MyDelivery-Service. Bisher krankt das Liefergeschäft ja immer noch daran, dass die Kunden oft nicht zu Hause sind. MyDelivery sorgt hier für Abhilfe: Der Kunde bekommt vorab eine SMS und kann dann entscheiden, wann und wo er das Paket entgegennehmen möchte. Hier meinte die ALSO zu uns: «Wäre das für Eure Kunden interessant?» Alle diese Innovationen müssen natürlich darauf geprüft werden, ob sie sich für uns rechnen. Aber wir sind sehr dankbar, hier kompetent beraten zu werden, wir sind nun mal keine Logistik-Fachleute. Wir sind froh, wenn wir in dieser Hinsicht den Rücken frei haben, schon weil wir in diesem Jahr viel vorhaben.

Was denn?
Allzu viel kann ich leider noch nicht verraten. Wir arbeiten an einem komplett neuen TV-Erlebnis, das in Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit neue Standards setzen wird. Wir haben die letzten Jahre in die Entwicklung einer TV-Plattform investiert, die den Kunden schneller zu dem für ihn relevanten Content bringt. Wir stehen heute vor dem grossen Problem, dass wir aus einer Vielzahl von Filmen, Serien, Shows, Sport- und Kulturprogrammen wählen können, aber die Recherche nach dem, was uns wirklich gefällt, gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dazu haben die TV-Kunden oft noch mit Medienbrüchen zu kämpfen: Sie können den gewünschten Content nicht immer auf dem gewünschten Gerät ansehen. Auch dafür wird es eine Lösung geben. Egal ob man mit dem Smartphone, dem Tablet oder auf dem grossen Bildschirm schaut, egal ob mobil oder zu Hause, wir wollen unseren Kunden das beste TV-Erlebnis bieten.