Sinn und Zweck

Manchmal sieht man den Himmel vor lauter Wolken nicht mehr. Aber auch, wenn er von unten wie im Einheitsgrau erscheint, ist doch eines klar: Über den Wolken scheint die Sonne. Mit unserer neuen ISV-Interviewserie wollen wir Sie mit über die Wolken nehmen und Ihnen die Menschen vorstellen, die hinter den Lösungen im ALSO Cloud Marketplace stehen – echte Menschen, mit einer großen Leidenschaft für das, was sie tun, für ihre Cloud-Lösung, aber auch für vieles mehr!

Wie heißen Sie?

Rainer Klapper

Wann und wo wurden Sie geboren?

(wenn wir das fragen dürfen)?

Am 22.12.1956 in Köln

Für wen arbeiten Sie aktuell und was ist Ihre Aufgabe dort?

Ich bin Geschäftsführer der QS solutions GmbH und beschäftige mich die meiste Zeit mit Vertrieb, Marketing und Partnermanagement.

Und wie sind Sie dazu gekommen und was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

Das ist eine lange Geschichte mit – wie kann das in dynamischen Märkten anders sein – einigen Wendungen. IT war es immer. Mein Thema hieß lange Zeit Software für Rechnungswesen und Controlling. Zusammen mit Partnern habe ich ein Unternehmen aufgebaut, das wir später in eine international agierende Firmengruppe eingebracht haben. Die Themen wandelten sich. Dem Rechnungswesen folgte das Customer Relationship Management und schließlich die IT-Security. Gerade diese Wendungen machen mir bis heute immer wieder viel Spaß, weil sie jedes Mal Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

Reden wir über CSAT. Wie kam es zur Entwicklung der Lösung und wann war das?

In unserer holländischen Muttergesellschaft sind wir schon länger mit IT-Security beschäftigt und haben unsere Angebotspalette in diese Richtung erweitert. Dann kam die neue Gesetzgebung zum Datenschutz ins Blickfeld, in Deutschland unter dem Namen „Datenschutzgrundverordnung“ bekannt. Wir haben gesehen, dass es hierbei auch in erheblichem Maße um IT-Security geht. Da kam die Idee auf, ob wir unser Know-how nicht in die Waagschale werfen könnten, um hier ein hilfreiches Tool zu entwickeln. Das war die Geburtsstunde von CSAT im Jahr 2017.

Können Sie kurz ein typisches, konkretes Szenario beschreiben, in dem Ihre Lösung zum Einsatz kommt?

Eigentlich ist CSAT für fast alle Unternehmen interessant. Denn alle Unternehmen unterliegen den gesetzlichen Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung und nahezu alle Unternehmen setzten professionell IT ein. Die großen Unternehmen beschäftigen sich schon länger dezidiert mit IT-Security. Bei Mittelständlern aber war das nicht immer der Fall. Und hier ist der Handlungsdruck mit Blick auf das neue Gesetz besonders groß. Da kann CSAT sehr schnelle und konkrete Fortschritte liefern. Ein konkretes Szenario für den Einsatz von CSAT? Nehmen Sie ein mittelständisches Unternehmen mit 500 Mitarbeitern, fast ebenso vielen Bildschirmarbeitsplätzen, dazu mobilen Devices, das ebenso Cloud-Lösungen nutzt und seine IT auch für externe Partner geöffnet hat oder öffnen will. Alle diese Aspekte greift CSAT im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung auf.

Was macht Ihre Lösung anders oder vielleicht auch besser als vergleichbare Lösungen?

Die meisten Lösungen, die es schon gibt (und das sind nicht wenige), kümmern sich eher um Teilaspekte von IT-Security. Das Unternehmen benötigt dann eine Kombination aus vielen Tools, um zum Ziel zu kommen. Die Stärke von CSAT ist die Breite der Betrachtung. Das Problem wird „all in one“ angegangen.

Warum denken Sie, dass ein ALSO-Partner Ihre Lösung unbedingt genauer kennenlernen sollte?

Viele Partner werden inzwischen von Ihren Kunden auf die Datenschutzgrundverordnung angesprochen. Die Aufnahme von CSAT ins eigene Portfolio stärkt die eigene Position in der Rundum-Betreuung des Kunden. Sie kann auch das eigene Geschäft interessant komplettieren, wenn bereits Beratung im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung angeboten wird. Und – last but not least – kann der Partner über interessante Margen Geld verdienen.

Warum denken Sie, dass ein Unternehmen Ihre Lösung erwerben sollte?

Einige gute Gründe habe ich schon aufgezählt. Interessant ist aber auch, dass der Kunde unsere Lösung nicht nur zum einmaligen Einsatz z.B. im Rahmen von Audits, sondern auch als laufendes Abonnement erwerben kann. So kontrolliert er seine IT-Security permanent und profitiert auch von der laufenden Weiterentwicklung des Leistungsumfangs von CSAT. Der Kunde muss nicht mehr selbst fragen, was für neue Anforderungen zur IT-Security es gibt, er kann sich die Antwort ein Stück weit von CSAT geben lassen.

Wie beurteilen Sie das Cloud-Geschäft in Deutschland/Europa heute?

Wir stehen da eher noch kurz hinter dem Anfang. Es gibt kaum Zweifel, dass sich das Cloud-Geschäft schnell und dauerhaft ausdehnen wird. Übrigens ist die Datenschutzgrundverordnung ein guter Grund dafür. Denn bei Nutzung von Cloud-Diensten verlagert der Kunde die Pflicht zur Beachtung der Datenschutzgrundverordnung ein gutes Stück weit auf den Anbieter der Cloud-Services.

Und wie denken Sie, wird es in zehn Jahren aussehen?

Zehn Jahre sind in der IT eine Ewigkeit. Leider kann ich keinen Blick in die Ewigkeit werfen.

Welche Cloud-Lösungen nutzen Sie in Ihrem Unternehmen selbst?

Wir nutzen in breitem Umfang Cloud-Services von Microsoft, insbesondere Dynamics 365 mit den CRM-Bausteinen, mit SharePoint und mit Office 365. Diese Lösungen haben wir natürlich selbst eingeführt.

Und wofür fehlen Ihrer Meinung nach noch Cloud-Lösungen?

Über diese Frage habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich wüsste derzeit kein „strategisches“ Feld zu nennen, das noch völlig unbesetzt ist. Eine gute Idee für ein neues Produkt würde ich sicher heute zuallererst als Cloud-Service realisieren und nicht mehr als Software, die inhouse auf eigenen Servern installiert wird.

Angesichts von Daten-Hacks und Trojanern: Nach welchen Kriterien vertrauen Sie einer Cloud-Lösung?

Ganz klar nach dem Hersteller und dessen Positionierung. Es sind zumeist die großen Hersteller, die die umfangreichen Anforderungen an den sicheren Betrieb von Cloud Services überhaupt noch seriös stemmen können. Ich persönlich finde das eher schade. Als unternehmerisch denkender Mensch habe ich große Sympathie für neue unternehmerische Ideen. Aber für diese sind die Anforderungen und damit die Einstiegshürden in den Markt erheblich größer geworden.

Wie viele Stunden etwa sind Sie am Tag online?

Ich übe, dass es weniger wird. Wir alle laufen Gefahr, uns in der permanenten Erreichbarkeit zu verlieren. Ich bin sicher, ein Stück weit Entschleunigung könnte unser aller Produktivität erhöhen. Das hat nichts mit Vorbehalten gegen die neuen Technologien zu tun. Richtig angewendet sind sie der Motor des Fortschritts.

Und was machen Sie am liebsten offline?

Nach der Familie kommt Reisen, Segeln und Skifahren. Das Marathonlaufen habe ich eingestellt, ist aber eine echte Empfehlung, um nachhaltig offline zu gehen.

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal persönlich treffen – und warum?

Ich bin beunruhigt über manche gesamtgesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und vermisse intellektuelle Vordenker. Mit Helmut Schmidt hätte ich mich gerne einmal unterhalten. Aber manche Wünsche müssen halt unerfüllt bleiben.