Sinn und Zweck

Manchmal sieht man den Himmel vor lauter Wolken nicht mehr. Aber auch, wenn er von unten wie im Einheitsgrau erscheint, ist doch eines klar: Über den Wolken scheint die Sonne. Mit unserer neuen ISV-Interviewserie wollen wir Sie mit über die Wolken nehmen und Ihnen die Menschen vorstellen, die hinter den Lösungen im ALSO Cloud Marketplace stehen – echte Menschen, mit einer großen Leidenschaft für das, was sie tun, für ihre Cloud-Lösung, aber auch für vieles mehr!

Wie heißen Sie?

Dominik Birgelen

Wann und wo wurden Sie geboren?

(wenn wir das fragen dürfen)?

Am 2.7.1975 in Zürich, Schweiz

Für wen arbeiten Sie aktuell und was ist Ihre Aufgabe da?

Ich bin CEO der oneclick AG. Meine verantworteten Bereiche sind Marketing, Vertrieb, das Partnermanagement und die internationale Marktentwicklung.

Und wie sind Sie dazu gekommen und was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

Ich bin einer der 3 Gründer der oneclick AG und ich habe in den Jahren zuvor in verschiedenen Unternehmen Erfahrungen in Marketing und Vertrieb gesammelt. Besonders gefällt mir der Umgang mit Menschen, den einerseits die Führung, andererseits Marketing und Vertrieb mit sich bringen. Darüber hinaus lösen wir mit unserem Produkt eine Vielzahl gängiger IT-Probleme. Das positive Feedback unserer Channel-Partner und Endkunden freut mich jeden Tag.

Was wollten Sie früher werden, und wieso haben Sie sich anders entschieden?

Als junger Mensch hat man Pläne und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann arbeite ich beharrlich daran. Natürlich lässt sich nicht immer alles voraussagen und vieles entwickelt sich im Leben anders als man denkt. Das erfordert eine kontinuierliche Anpassungsbereitschaft. Zusammengefasst kann ich aber sagen, dass ich da gelandet bin, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Ich habe mich bereits nach meinem Studium selbständig gemacht und bin seit dieser Zeit unternehmerisch tätig. Somit mache ich heute das, was ich immer wollte.

Reden wir über oneclick. Wie kam es zur Entwicklung der Lösung und wann war das?

oneclick ist aus einem echten Anwendungsfall oder besser aus einem Schmerzpunkt entstanden. Mit meinen beiden Mitgründern habe ich bereits in früheren Unternehmen zusammengearbeitet. Dort hatten wir regelmäßig Probleme, Softwareapplikationen an verteilten Standorten einfach, sicher und kosteneffizient verfügbar zu machen.

Können Sie kurz ein typisches, konkretes Szenario beschreiben, in dem Ihre Lösung zum Einsatz kommt?

oneclick wurde zunächst als Application Delivery- und Streaming-Plattform entwickelt. Ein Anwendungsszenario ist, dass ich direkt aus oneclick heraus beliebige Server-Standorte anbinden und diese über eine umfangreiche aber einfach zu bedienende Management-Konsole in einen Workspace im Browser für die Benutzer ausliefern kann. Mit unserem gerade veröffentlichten Cloud Resource Manager gehen wir einen Schritt weiter. Jetzt ist es auch möglich, direkt aus oneclick heraus virtuelle Maschinen bei bekannten IaaS-Anbietern bereitzustellen, wie beispielsweise in Microsoft Azure. Nachdem wir uns bisher vor allem um eine performante Auslieferung gekümmert haben, bringen wir die Infrastruktur heute wahlweise gleich mit und das Systemhaus kann die benötigten Ressourcen für den Betrieb von Applikationen direkt über unsere Plattform einrichten und verwalten.

Was macht Ihre Lösung anders oder vielleicht auch besser als vergleichbare Lösungen?

Unser größtes Alleinstellungsmerkmal ist, dass oneclick als Plattform-as-a-Service für jeden sofort einsatzbereit zur Verfügung steht. Man muss für Remote Access keine Softwarekomponente auf den Servern und keine Clients oder Plug-Ins auf den Endgeräten installieren. Unser Prinzip heißt Plug & Play.

Warum denken Sie, dass ein ALSO-Partner Ihre Lösung unbedingt genauer kennen lernen sollte?

Wir liefern den ALSOPartnern eine Lösung, mit der sie ganz einfach Cloud Services, Managed Services, Managed Desktops, Managed Applications oder Managed Workspaces anbieten können. Aufgrund der Mandantenfähigkeit können Systemhäuser alle Kunden über eine zentrale Plattform verwalten.

Warum denken Sie, dass ein Unternehmen Ihre Lösung erwerben sollte?

Endkunden können für ihre Mitarbeiter alle betrieblich genutzten Applikationen über eine zentrale Plattform bereitstellen, egal woher diese kommen. Der Server-Standort kann sich im eigenen Rechenzentrum befinden, oder es kann sich um einen Cloud Service eines Drittanbieters handeln. Unser Ziel ist ein sogenannter „Unified Workspace“, also eine zentrale Arbeitsoberfläche im Browser, von wo ich als Benutzer ganz einfach und mit jedem beliebigen Endgerät auf alle meine Applikationen zugreifen kann. Für die Unternehmen löst die zentrale Bereitstellung von Softwareanwendungen über eine Plattform viele Probleme. So spielt beispielsweise das Thema Schatten-IT keine Rolle mehr und aufwändiges Mobile Device- bzw. Endpoint-Management können sich die Unternehmen sparen.

Wie beurteilen Sie das Cloud-Geschäft in Deutschland/Europa heute?

Ich persönlich stehe Cloud-Angeboten sehr offen gegenüber. Die letzte Studie, die ich zu dem Thema gelesen habe, sagt, dass mittlerweile die Hälfte aller kleinen und mittelständigen Firmen Geschäftsanwendungen aus der Cloud nutzen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 30%. Dennoch liegen die deutschen Unternehmen zehn Prozent hinter dem internationalen Durchschnitt. Diese Zahlen stimmen mit meinen Erfahrungen überein. Vorbehalte sinken rapide und Cloud wird immer mehr zum Mainstream. Trotzdem hinken wir gefühlt im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland immer noch etwas nach. Ich glaube auch nicht, dass Cloud Services für jedes Unternehmen die einzig wahre Lösung sind. Hybride Konzepte, bestehend aus On-Premise und Cloud, werden uns nach meiner Ansicht noch viele Jahre begleiten. Genau da liegt auch eine weitere Stärke unserer Plattform. oneclick steht zwar selbst als Cloud-Service zur Verfügung, aber über oneclick können unsere Kunden beispielsweise auch auf ihren lokalen Server zugreifen und dabei sicher sein, dass ihre Applikationen und Daten den sicheren Hosting-Standort nicht verlassen. Der eigene Server ist und bleibt also in der persönlichen Hoheit.

Und wie denken Sie, wird es in zehn Jahren aussehen?

Der Digitalisierungstrend wird dazu führen, dass mehr und mehr Businessmodelle, Geschäftsprozesse und Applikationen in die Cloud verlagert werden. Für mich stellt sich die große Frage der Zentralisierung von Rechenzentrumskapazitäten. Werden das wenige große Hubs sein, oder werden wir hier viele fragmentierte Lösungen an verteilten Standorten sehen, die wie ein Netzwerk zusammenarbeiten. Aufgrund der immer größeren Datenvolumina, die bewegt werden müssen, halte ich den zweiten Ansatz aufgrund beschränkter Netzkapazitäten für den wahrscheinlicheren und besseren.

Welche Cloud-Lösungen nutzen Sie in Ihrem Unternehmen selbst?

Wir nutzen natürlich oneclick im Unternehmen. Darüber werden für unsere Mitarbeiter alle betriebsnotwendigen Applikationen und Cloud-Services zur Verfügung gestellt. Als Cloud-Service eines Drittanbieters nutzen wir beispielsweise Office 365.

Und wofür fehlen Ihrer Meinung nach noch Cloud-Lösungen?

Wahrscheinlich gibt es heute wenig, wofür es nicht schon einen Cloud-Service als Lösung gibt. Das Problem wird eher sein, dass ich den Service nicht kenne.

Angesichts von Daten-Hacks und Trojanern: Nach welchen Kriterien vertrauen Sie einer Cloud-Lösung?

Bei den Kriterien sollte man differenzieren. Es ist sicher etwas Anderes, ob ich mal schnell und kurzfristig einen Cloud-Service in Anspruch nehme, oder ob ich geschäftskritische Prozesse langfristig über einen Cloud-Service abdecken will. Wenn letzteres der Fall ist, dann würde ich auf ein effektives Management der Informationssicherheit nach anerkannten Normen achten, ob der Datenschutz nach den gesetzlichen Anforderungen garantiert wird und ob es ein definiertes Vorgehensmodell für alle IT-Prozesse gibt, wie z.B. nach ITIL oder COBIT. Der Cloud-Anbieter muss glaubhaft kommunizieren, wie er Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit gewährleisten will. Und natürlich zählen positive Referenzen.

Wie viele Stunden etwa sind Sie am Tag online?

Leider zu viele. Wenn ich keine Außerhaustermine habe oder auf Reisen bin, dann sind es mindestens 10h pro Tag.

Und was machen Sie am liebsten offline?

Mit meiner Familie Ausflüge unternehmen. Dann gehöre ich noch zu der Sorte Mensch, die gerne offline mit anderen Menschen kommuniziert. Und natürlich Sport.

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal persönlich treffen – und warum?

Ich habe großen Respekt vor unternehmerischen Leistungen. Eine herausragende unternehmerische Leistung unserer Zeit ist sicher der Aufbau von Facebook. Trotz aller Diskussion rund um Datenschutz würde ich mich deshalb gerne einmal persönlich mit Mark Zuckerberg unterhalten. Auch sein soziales Engagement beeindruckt mich.