Bericht des Verwaltungsrates

Bericht des Verwaltungsrates

Die europäische Staatsschuldenkrise hat sich 2012 wiederum negativ auf die Konjunktur und die europäischen Volkswirtschaften ausgewirkt. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts schwächte sich in praktisch allen europäischen Staaten ab und lag vereinzelt sogar im negativen Bereich. Die ITK-Branche konnte sich diesem Trend jedoch entziehen, da die Nachfrage nach diesen Produkten anderen Gesetzmässigkeiten folgt als die allgemeine Konjunkturentwicklung. Firmenkunden müssen aus technologischen Gründen regelmässig in die Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur investieren. Bei Privatkunden entscheidet oft der Innovationsgehalt von neuen Geräten über eine Anschaffung. Insgesamt lagen die Umsätze der Distributoren 2012 in den für ALSO-Actebis relevanten Märkten praktisch auf Vorjahresniveau.


Konsequente Umsetzung von «MORE»

Nachdem die Zusammenführung von ALSO und Actebis bereits im Vorjahr schneller als geplant und im Rahmen der erwarteten Integrationskosten abgeschlossen war, konzentrierte sich der neue Konzern im Berichtsjahr auf die weitere Optimierung und Erweiterung des Geschäfts im Rahmen der Strategie «MORE».

Dabei hatte die nachhaltige Stärkung der Ertragskraft Vorrang vor unqualifizierter Umsatzsteigerung. Der rasche Abschluss der Integration erlaubte die Aufhebung der Doppelspitze CEO/COO und damit eine Straffung der Führung und verkürzte Entscheidungswege. Die verstärkte Nutzung von Synergien brachte weitere Kosteneinsparungen: Die Konzentration auf die Chancen im Markt ermöglichte es dem Konzern, einerseits wichtige Distributionsverträge wie beispielsweise Apple für Deutschland zu erlangen, und anderseits Akquisitionen zu tätigen und damit die strategische Marktposition zu stärken. Zudem hat der Konzern auf dem Weg zu einer einheitlichen IT-Plattform beachtliche Fortschritte erzielt. Die ursprünglich sieben verschiedenen Plattformen konnten bis Ende 2012 bereits auf vier reduziert werden.


Konzerngewinn +73.1 % über Vorjahr

Die konsequente Strategieumsetzung zeigt sich im Ergebnis 2012: Bei Umsätzen etwa auf Vorjahresniveau konnte der Konzerngewinn markant gesteigert werden. Der Umsatz wird mit EUR 6.3 Mrd., +1.4 % höher als im Vorjahr ausgewiesen. Der Konzerngewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um +73.1 % auf EUR 46.3 Mio. Damit erreichte der Konzern schon im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss ein höheres Ergebnis als die addierten Werte der beiden Einzelkonzerne vor der Fusion.

Die Bilanzsumme am 31. Dezember 2012 betrug EUR 1 336 Mio. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme lag bei 29 %. Per 31. Dezember 2012 beschäftigte ALSO-Actebis 2 985 Mitarbeitende. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 7. März 2013 vor, den Aktionären einen Betrag von CHF 1.20 je Namensaktie aus den Reserven aus Kapitaleinlagen auszuschütten, was einer Ausschüttungsquote von 27.5 % entspricht.


Beide Marktsegmente besser als Vorjahr

Der Konzern ist in 12 Ländern vertreten, welche in zwei Marktsegmenten zusammengefasst sind: Marktsegment Zentraleuropa (Deutschland, Schweiz, Frankreich, Niederlande und Österreich) und Marktsegment Nord-/Osteuropa (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Estland, Lettland und Litauen).

ALSO-Actebis erreichte im Marktsegment Zentraleuropa einen Umsatz von EUR 4 772 Mio. und verbesserte den EBT um +67.4 % auf EUR 56.9 Mio. Im Marktsegment Nord-/Osteuropa wies ALSO-Actebis einen Umsatz von EUR 1 669 Mio. aus und konnte den EBT um +52.4 % auf EUR 12.5 Mio. steigern.


Ausblick 2013 – höherer Konzerngewinn

Die Staatsschuldenkrise wird sich auch 2013 dämpfend auf die europäische Wirtschaft und die Stimmung von Firmen und Privaten auswirken. Es ist zu erwarten, dass Unternehmen ihre IT-Ausgaben weiterhin primär am Erneuerungsbedarf orientieren und private Haushalte je nach Kadenz von Neuheiten ihre Ausgaben auf diese Bereiche lenken.

Für ALSO-Actebis steht die konsequente Weiterführung der Strategie «MORE» im Zentrum. Damit hat weiterhin die Stärkung der Ertragskraft Vorrang vor einer unqualifizierten Umsatzsteigerung. Zudem sollen nach Möglichkeit Wachstumschancen genutzt werden, welche Aussicht auf einen nachhaltigen Gewinnbeitrag bieten. Der Konzern rechnet für 2013 mit mehr Umsatz als im Vorjahr (ohne Akquisitionen) sowie – unter Ausschluss nicht vorhersehbarer Ereignisse – mit einer weiteren deutlichen Steigerung des Konzerngewinns.

Längerfristig bietet die ITK-Industrie interessante Wachstums- und Renditechancen, auch und gerade für ALSO-Actebis. Die technologische Revolution, die mit dem Erscheinen des PCs begonnen hat, scheint noch lange nicht zu Ende. Innovationen haben in der Vergangenheit fast immer zu Markterweiterungen geführt, wie die Beispiele Smartphone und Tablet zeigen. Auch in Zukunft dürften innovative Ansätze wie beispielsweise Cloud Computing neue Geschäftsmöglichkeiten bieten. Distributoren werden daran teilhaben und können dank ihres Geschäftsmodells (grosse Kundenbasis, hohe Kostenflexibilität und begrenzte Geschäftsrisiken) attraktive Renditen erwirtschaften.


Dank

Im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss hat der ALSO-Actebis Konzern wichtige Ertragsfortschritte gemacht. Dies war nur möglich dank des hohen, persönlichen Einsatzes aller Mitarbeitenden. Dafür danken wir ihnen an dieser Stelle ganz herzlich. Wir danken auch unseren Kunden und Geschäftspartnern für ihre Treue und Unterstützung. Schliesslich danken wir auch unseren Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen in unser Unternehmen.


Thomas C. Weissmann
Präsident des Verwaltungsrates